Geschichte

Als die Gemeinde im Sommer 1964 beschloss, zwischen Wörth und Wifling eine Kiesgrube anzulegen, rechnete wohl noch niemand damit, dass hier einmal ein stark besuchter Badeweiher für die Gemeinde sowie das nähere Umland entstehen würde. Doch schon wenige Jahre nach Beginn des Kiesabbaus wurde die Kiesgrube als Schwimm- und Bademöglichkeit genutzt. Der Spaß am Schwimmen und Baden in einem Gewässer, das doch eine beträchtliche Tiefe hatte, brachte natürlich auch gewisse Gefahren mit sich. Auch der Freizeitgedanke der Menschen wurde immer ausgeprägter und so wurde das Badegewässer zwischen Wörth und Wifling immer stärker besucht. Dadurch setzten sich natürlich auch immer mehr Menschen der Gefahr des Ertrinkens aus.

Bereits im Juni 1967 ereignete sich der erste tödliche Badeunfall. Ein Landwirt ertrank abends beim Schwimmen und konnte erst später von Tauchern der Wasserwacht Erding geborgen werden. Dies war für Ludwig Semmler und einige gleichgesinnte Freunde ein ausschlaggebender Grund, darüber nachzudenken, wie das Baden für die Besucher des Wörther Weihers gefahrloser werden könnte. Als der Wiggerl, so wurde er von seinen Freunden genannt, auch selbst einen Jugendlichen vor dem Ertrinken retten konnte, beschlossen er und seine Freunde, in Wörth eine Wasserwacht zu gründen.

Im Sommer 1968 war es dann so weit: In Wörth wurde ein Wasserwacht-Stützpunkt der Wasserwacht Erding gegründet. Gründungsmitglieder waren neben dem neuen Stützpunktleiter Wiggerl Semmler noch Bernd Enenkl, Herbert Knuth, Josef Schott, Martin Gruber, Wolfgang Zeller und Christian Neumaier.

Als erste feste Wachstation diente eine alte Bauhütte am Nord-Ost-Ufer des Weihers. Die Mitglieder des neuen Stützpunktes gingen mit viel Elan an die Arbeit. Sie erwarben den Grund- bzw. Leistungsschein, besuchten Rettungsschwimmkurse und leisteten bei schönem Wetter am Wörther Weiher Wachdienst. Die Zahl der aktiven Wasserwachtler betrug nach einem Jahr 14 Personen.

Die Bauhütte, die der Wasserwacht als Wachstation diente, wurde 1971 bei einem Sturm umgeblasen und zerstört. Als neue Station diente ein alter Bauwagen, der vorher von Herrn Altbürgermeister Niedermaier als Bienenhaus genutzt wurde. Der neu gestrichene und hergerichtete Wagen wurde am Nord-West-Ufer des Weihers platziert.

Um im Ernstfall einen Ertrinkenden schneller zu erreichen, wurde die Wasserwacht Wörth mit einem Rettungsschwimmbrett ausgerüstet. Damit die aktiven Wasserwachtler auf den Ernstfall vorbereitet waren, wurde jeden Montag ein Trainings- und Übungsabend abgehalten.

Hier wurde mit den Rettungsgeräten geübt, Erste-Hilfe-Ausbildung durchgeführt und auch der gemütliche, kameradschaftliche

Teil durfte nicht zu kurz kommen. 1971 wurden bereits 822 Wachstunden und 17-mal Erste Hilfe geleistet. Außerdem wurde ein erschöpfter Schwimmer geborgen.

1975 war es dann endlich soweit: Die Wasserwacht Wörth bekam eine feste Wachstation am Wörther Weiher. Finanziert wurde der Bau von der Gemeinde.

Der Stützpunkt befand sich nicht mehr am Nord-West-, sondern am Süd-West-Ufer des Weihers und wurde so gelegt, dass die Wachstation später einmal wie eine Halbinsel ins Wasser ragt.

Die Mitglieder erbrachten beim Bau dieser „Wasserwacht-Hütte“ eine große Anzahl von Stunden an Eigenleistung und im Sommer konnte man dann stolz in die neue Wachstation einziehen.

Die Inneneinrichtung haben die Wasserwachtler mit viel Mühe und Eigeninitiative selbst übernommen (Bau von Regalen, alte Möbel, Schreibtisch, usw.).

Erstmals wurde 1975 auch ein Schwimmkurs für den Kindergarten St. Peter in Wörth durchgeführt, der später alljährlich zu einer festen Einrichtung wurde.

Ein weniger erfreulicher Punkt 1975 war, dass der Gründer Ludwig Semmler aus beruflichen Gründen nach München zog und die Wasserwacht verließ. Mit dem „Wiggerl“ verlor die Wasserwacht Wörth ihre treibende Kraft, denn ohne ihn und seinen Idealismus hätte sie sich mit Sicherheit nicht derart positiv entwickelt. Es stellte sich nun die Frage, wie es in den nächsten Jahren weitergehen würde.

Es zeigte sich, dass diese Frage berechtigt war, denn nach Ludwig Semmlers Ausscheiden war für die Wasserwacht bis März 1977 eine schwierige und problematische Zeit. Innerhalb dieser eineinhalb Jahre hatten das Amt des Stützpunktleiters jeweils für kurze Zeit Heinz Schauer, Bernhard Leimbeck und Walter Huber inne. Aber durch den Zusammenhalt und die Mitarbeit aller aktiven Mitglieder konnte diese kritische Phase überwunden werden.

Im März 1977 fanden Neuwahlen statt. Mit der Wahl von Martin Gruber zum Stützpunktleiter konnte sich die Wasserwacht Wörth wieder festigen und stabilisieren. Die neugewählte Vorstandschaft ging mit viel Elan an die Arbeit und unter Führung des neuen Leiters ging es mit der Wasserwacht Wörth wieder bergauf.

1978 war ein wichtiges Jahr in der Geschichte der Wasserwacht Wörth. Am 8. Mai 1978 wurde der Stützpunkt Wörth zur Ortsgruppe ernannt. Abteilungsleiter Walter Rauscher führte die Wahl für die neue Ortsgruppenvorstandschaft durch, die folgendes Ergebnis brachte:

Ortsgruppenleiter wurde der bisherige Stützpunktleiter Martin Gruber, Stellvertreter und Jugendwart: Josef Brummer, Technischer Leiter: Walter Huber, Tauch- und Gerätewart: Johann Stimmer, Kassier: Wolfgang Grabatsch, Schriftführerin: Edeltraud Gruber, Naturschutzbeauftragter: Max Mayr und Frauenwartin: Helga Huber.

Die neue Ortsgruppe konnte zu diesem Zeitpunkt 19 männliche sowie drei weibliche aktive Mitglieder aufweisen, wovon zwei Mitglieder im Besitz des Tauchscheines waren.

Am 2. Juni 1978 wurde in Finsing ein neuer Wasserwachtsstützpunkt gegründet, der der Ortsgruppe Wörth unterstellt wurde. Am 5. August 1978 kam es seit Bestehen der Wörther Wasserwacht zum ersten tödlichen Badeunfall am Wörther Weiher. Es musste eine Frau geborgen werden, die trotz langer Wiederbelebungsversuche dem nassen Tod nicht mehr entrissen werden konnte.

In diesen Jahren wurde der Wörther Weiher an schönen Sommertagen von ca. 2000 bis 2500 Leuten besucht, was für die Wasserwacht natürlich eine Menge Arbeit und große Verantwortung bedeutete.

Man musste sich auch verstärkt um die Sauberkeit im und um das Wasser herum kümmern, da von den Badegästen oft eine Menge Unrat hinterlassen wurde.

1980

Im Jahr 1980 bekam die Wasserwacht einen starken Mitgliederzuwachs. Ihre Zahl stieg von 25 auf 37 aktive Mitglieder an. Zusätzlich traten drei Personen passiv der Wasserwacht Wörth bei. Dies verlangte natürlich eine verstärkte Aus- und Fortbildung der Aktiven. So wurde in den Sommermonaten jeden Montag am Wörther Weiher geübt und trainiert und in den Wintermonaten fuhr man nach Erding ins Hallenbad, damit man wieder gut vorbereitet in die neue Saison gehen konnte. Für die unentgeltliche

Benutzung des Hallenbades zum Trainieren mußte dann im Sommer an einigen Wochenenden Wachdienst im Schwimmbad Erding geleistet werden. Diese Regelung wurde bis heute beibehalten.

1981

Bei den Neuwahlen im Februar 1981 änderte sich die Vorstandschaft nur geringfügig. Neuer Technischer Leiter wurde Clemens Salzer, neue Frauenwartin Angelika Böhm und neuer Jugendwart Michael Lohmaier. Zu diesem Zeitpunkt konnte sich die Ortsgruppe auf 42 aktive Mitglieder sowie drei passive Mitglieder stützen, wovon zwei aktive Mitglieder Taucher und einer Sanitäter waren.

Schon seit einiger Zeit bemühte sich die Vorstandschaft um den Einbau eines Telefons in der Wachstation, um im Ernstfall schneller mit dem Rettungsdienst Erding verbunden zu sein und um eine rasche Versorgung von Verletzten zu gewährleisten. Im Sommer 1981 konnte dieses Vorhaben dann in die Tat umgesetzt werden. Finanziert wurde der Einbau des Telefons von der Gemeinde. Die Wasserwacht hatte an schönen Wochenenden allerhand zu tun, da die Liegewiese und der Weiher teilweise übervölkert waren. Probleme tauchten hier immer wieder durch unvernünftige Autofahrer, die die Zufahrt für den Rettungswagen versperrten, und durch zunehmendes Rowdytum auf. So war die Wasserwacht oft an den Wochenenden damit beschäftigt, zurückgelassene Feuerstellen, Holz, Unrat usw. aus der Liegewiese zu entfernen.

1982

Das Jahr 1982 war für die Wasserwacht-Ortsgruppe Wörth wohl das schlechteste in ihrer Geschichte.

Die Moral und der Einsatzwille der meisten Aktiven, einschließlich der Vorstandschaft, ließen doch sehr zu wünschen übrig. Ein sehr schlechter Sommer trug dazu auch noch seinen Teil bei. Obwohl der Mitgliederstand mit 42 Aktiven sowie vier passiven Mitgliedern sehr gut war, wurde mit nur 512 Wachstunden ein Negativrekord erzielt.

1983

Durch einige Rücktritte in der Vorstandschaft wurden am 19. Januar 1983 außerordentliche Neuwahlen notwendig, wobei sich einige wesentliche Veränderungen ergaben.

Martin Gruber, der lange Jahre die Geschicke der Wasserwacht Wörth leitete, wurde von Josef Brummer als Ortsgruppenleiter abgelöst. Zum Stellvertreter wurde Anton Stimmer gewählt. Die übrige Vorstandschaft setzte sich wie folgt zusammen:

Technischer Leiter: Georg Klinger jun., Schriftführerin: Angelika Böhm, Kassier: Peter Gebhard jun., Jugendwart: Martin Stimmer, Frauenwartin: Edeltraud Gruber, Hütten- und Gerätewart: Hubert Zimmermann, Tauchwart: Max Mayr und Naturschutzbeauftragter: Hubert Klinger. Das Ziel der neuen Vorstandschaft war in erster Linie eine Verbesserung der schlechten Jahresbilanz 1982 sowie eine Festigung der Ortsgruppe.

Ebenso mußte das Interesse an der Wasserwacht wieder geweckt werden. Die Bemühungen der Vorstandschaft wurden auch bald belohnt. Der Mitgliederstand konnte auf 53 Aktive gesteigert werden und die Wachstunden betrugen 1983 wieder weit über 1000. Im Sommer war eine kleine Veränderung in der Vorstandschaft notwendig.

Für Edeltraud Gruber, die als Frauenwartin zurücktrat, wurde am 01. Juni 1983 Brigitte Wanderer in die Vorstandschaft gewählt.

Das alljährlich Ende Juni stattfindende Johannisfeuer fand bei der Bevölkerung immer mehr Anklang und so mußten hier alle Mitglieder mitarbeiten, um dieses Fest reibungslos durchzuführen. Die meiste Zeit und Arbeit nahm das Aufstapeln des Holzes in Anspruch. Doch nach einer Maß Bier und einer Brotzeit war all die Mühe vergessen und man konnte sich über ein gut gelungenes Fest freuen.

1984

begann wieder mit einer kleinen Veränderung in der Vorstandschaft. Georg Klinger mußte seinAmt als technischer Leiter aus beruflichen Gründen niederlegen. Bis zu den Neuwahlen 1985 übernahm Josef Tuschl dieses Amt kommissarisch. Am 17. Mai 1984 wurde der Stützpunkt Finsing zu einer selbständigen Ortsgruppe erhoben. Die Wasserwacht Finsing war somit nach Erding, Dorfen und Wörth die vierte Ortsgruppe im Landkreis.

1984 erwarben Brigitte Wanderer und Peter Gebhard den Tauchschein und somit hatte die Ortsgruppe mit Max Mayr und Ernst Riepl insgesamt vier Tauchscheininhaber. Besonders stolz war man auf Brigitte Wanderer, die eine der wenigen weiblichen Rettungstaucher der Wasserwacht im Bezirk Oberbayern war.

1985

Am 6. Februar 1985 fanden turnusgemäß Neuwahlen statt. Die Vorstandschaft um den alten und neuen Ortsgruppenleiter Josef Brummer veränderte sich nur geringfügig. Zum neuen Technischen Leiter wurde Peter Gebhard gewählt.

Für die Vorstandschaft, die gute Arbeit leistete, und die gesamte Wasserwacht war 1985 ein ruhiges Jahr ohne nennenswerte Ereignisse.

1986

mußte der am Anfang des Jahres stattfindende Schwimmkurs für den Kindergarten wegen Reparaturarbeiten im Schwimmbad  Finsing leider ausfallen. Im Frühjahr 1986 wurde bei einem Arbeitseinsatz ein Steg erstellt und Ausbesserungsarbeiten an der  Hütte vorgenommen.

Im Sommer nahm die Ortsgruppe Wörth an einem Naturschutzeinsatz am Speichersee teil. Vom sogenannten „Botolismus“ befallene Wasservögel mußten, teilweise verendet und verwest, oft auch noch lebend, eingesammelt werden. Dieser Einsatz war nicht sehr angenehm und auch nicht sehr appetitlich.

Im Rahmen der Aktivenausbildung wurden in regelmäßigen Abständen Erste-Hilfe-Kurse sowie Herz-Lungen-Wiederbelebungskurse durchgeführt.

Michael Lohmaier und Hubert Zimmermann erwarben im Sommer den Lehrschein für Rettungsschwimmen, und konnten sich daher verstärkt um die Aus- und Fortbildung kümmern.

Das Parkplatzproblem, das die ganzen Jahre über bestand, versuchte die Gemeinde durch das Anlegen von Parkplätzen im  Norden sowie im Süden des Weihers zu lösen.

Bei der Weihnachtsfeier 1986 konnte die Wasserwacht auf ein erfolgreiches Jahr zurückblicken.

Mit weit über 2000 Wachstunden wurde eines der besten Ergebnisse erzielt.

1987

Der Auftakt 1987 wurde mit dem Schwimmkurs in Finsing gemacht, an dem 25 Vorschulkinder des Kindergartens Wörth teilnahmen.

Im Frühjahr fand zur Vorbereitung auf die kommende Wachsaison wieder ein Herz-Lungen-Wiederbelebungskurs statt und die  diversen Rettungsschwimmabzeichen wurden wiederholt.

Ein sehr verregneter Sommer trug dazu bei, daß 1987 für die Wasserwacht ein sehr ruhiges Jahr wurde. Es waren nur einzelne Tage und Wochenenden, an denen am Wörther Weiher Hochbetrieb herrschte. Darauf ist auch die geringe Anzahl an Wachstunden und Erste-Hilfe-Leistungen zurückzuführen. Einen Rückschlag mußte man bei den Tauchern hinnehmen.

Aus beruflichen Gründen konnte Peter Gebhard seinen Tauchschein ebenso wie Ernst Riepl, der sich intensiv dem Motorradrennsport widmet, leider nicht verlängern.

1988

Im Jahr 1988 feierte die Wasserwacht ihr 20-jähriges Jubiläum. Das Jahr begann, wie die letzten

Jahre zuvor, mit dem Schwimmkurs in Finsing, dem HLW-Kurs und dem Training im Schwimmbad Erding. Unser jährliches Sommerfest wurde leider ein Opfer der schlechten Witterung, denn an beiden Terminen regnete es.

Dafür betreuten wir im Juli während der Festwoche anläßlich der 1200-Jahr-Feier der Gemeinde Wörth den Glückshafen auf dem

Festplatz und beim Kirchenzug war ebenfalls eine Abordnung der Wasserwacht Wörth vertreten.

Zu unserer offiziellen 20-Jahre-Jubiläumsveranstaltung, am 6. August 1988, waren zur Freude aller Anwesenden auch die „Männer der ersten Stunde“, wie Wiggerl Semmler und Martin Gruber, anwesend. Das eigentliche Großereignis der Wasserwacht fand im Rahmen der 1200-Jahr-Feier am nächsten Tag am Baggerweiher statt: Bei traumhaftem Wetter, Hunderten von Zuschauern und Bombenstimmung veranstalteten wir unser 1. Sautrogrennen. Mit einem solchen Andrang hatte man nach der

Festwoche kaum gerechnet. Die Veranstaltung war ein voller Erfolg, der vielen Gemeindebürgern lange im Gedächtnis geblieben ist.

1989

Das wohl wichtigste Ereignis für die WW-Wörth im Jahr 1989 war am 8. Juli die erfolgreiche Bergung eines 3-jährigen Mädchens aus dem Weiher. Das Kind wurde anschließend durch den Rettungsdienst ins Schwabinger Krankenhaus zur Beobachtung gebracht. Ein nach wie vor sehr negatives Erscheinungsbild war der anhaltende Vandalismus am Weihergelände, der mit zwei Einbruchsversuchen in die Wasserwachtshütte einen gewissen Höhepunkt erreicht hatte. Turnusmäßig fanden 1989 Neuwahlen statt, bei denen Josef Brummer wieder als Vorstand bestätigt wurde.

Neu hinzugewählt wurden Stimmer Birgit, Zimmermann Stephan, Gneißl Hermann und Gneißl Michael.

1990

Das Jahr 1990 war für die Wasserwacht ein ruhiges Jahr. Zusätzlich zu den sonst jährlich stattfindenden Ereignissen veranstalteten wir zum ersten mal ein Jugendzeltlager auf der Liegewiese am Baggerweiher. Ziel war es, bei den Jugendlichen Interesse für die Aufgaben der Wasserwacht zu wecken. Das Zeltlager kam bei allen Beteiligten sehr gut an.

1991

Gleich zu Beginn des Jahres 1991 mußte der jährlich stattfindende Schwimmkurs abgesagt werden, weil am Lehrschwimmbecken in Finsing umfangreiche Sanierungsarbeiten durchgeführt werden mußten, deren Ende nicht abzusehen war. Im April und Mai 1991 wurde die Wasserwachthütte von Grund auf in Eigenregie renoviert. Die alte und zum Teil morsche Veranda wurde  vollständig weggerissen und neu gebaut.

Weiterhin wurde die Hütte mit einem Blechdach versehen, nachdem das alte Teerdach im vergangenen Winter undicht wurde.

1992

Im Februar 1992 veranstaltete die Wasserwacht erstmals ein Eisstockturnier am Baggerweiher, wobei nur mit alten Holzstöcken geschossen werden durfte. Eingeladen waren alle ortsansässigen Vereine. Sieger wurde der Verschönerungsverein Wifling, die Wasserwacht belegte einen mäßigen 11. Platz. Das Turnier kam bei allen Zuschauern und Teilnehmern sehr gut an und wird seitdem im Jahreskalender der Wasserwacht fest miteingeplant.

Im April beteiligten wir uns an der Aktion Ramadama, die von der Gemeinde Wörth durchgeführt wurde. Die Wasserwacht säuberte hierbei das Gelände am Baggerweiher und an der Sempt.

Zwei Monate später wurde von uns erstmals eine Jugendgruppe gegründet, um den Nachwuchs in der Wasserwacht zu fördern. Im August führten wir dann zum zweiten mal ein Jugendzeltlager durch, bei dem unsere neu gegründete Jugendgruppe bereits aktiv mitwirkte.

1993

Das Eis begann an Hl. Drei König 1993 bereits zu schmelzen, als wir zum zweiten mal unser Eisstockturnier auf dem Baggerweiher durchführten.

Das über die Wintermonate normalerweise stattfindende Training in Erding fiel wegen Renovierungsarbeiten im Hallenbad aus. Im März fanden Neuwahlen der Vorstandschaft statt.

Neuer Vorsitzender wurde erstmals Hermann Gneißl, sein Stellvertreter Josef Brummer. Ausgeschieden aus der Vorstandschaft sind Birgit Stimmer, Michael Lohmaier und Anton Stimmer, für die Jens Schiermann, Martin Stimmer und Thomas Gneißl nachrückten. Im Rahmen unseres jährlichen Arbeitseinsatzes wurden im Mai entlang der Auffahrt zum Kiosk zahlreiche Bäume als „grüner Zaun“ gepflanzt, nachdem der normale Holzzaun ständig durch Vandalen für ein Lagerfeuer abgerissen wurde. Im Juni wurde der vom TSV Erding am Baggerweiher durchgeführte „Duathlon für Jedermann“ von uns betreut, obwohl zu diesem Zeitpunkt bereits die Vorbereitungen für unser Sommerfest auf Hochtouren liefen. Im August fand im Rahmen der Feiern zu “25 Jahre Wasserwacht Wörth” unser 2. Sautrogrennen statt, das wiederum eine riesen Gaudi war.

1994

Das Jahr 1994 begann mit unserem alljährlichen Arbeitseinsatz, bei dem die Vorbereitungen für den Bau eines Behindertensteges getroffen wurden, der von der Gemeinde angeregt wurde. Dieser konnte dann im Juni komplett fertiggestellt werden. Im gleichen Monat konnten wir einen ungarischen Staatsbürger vor dem Ertrinken retten, der mitten im Baggerweiher in Not gekommen war und laut um Hilfe gerufen hatte. Im Juli führte die Triathlonabteilung des TSV Erding erstmals bei uns am Baggerweiher eine Triathlon durch.

Während des Schwimmwettbewerbes wurden die Athleten von uns mit Rettungsbrettern begleitet für den Fall, daß einer geborgen werden müßte. Ein paar Tage später wurden wir dann zu einem Einsatz gerufen, der sich gottseidank im nachhinein als nicht so ernst herausstellte: ein angeblich Bewußtloser wurde auf dem Parkplatz aus seinem Auto geborgen.

Es stellte sich aber dann heraus, daß er nur ziemlich betrunken war und seinen Rausch ausschlief.

Zwei Wochen darauf wurde es dann aber wirklich ernst, als ein 4-jähriges Mädchen, das bereits untergegangen war, geborgen und erfolgreich wiederbelebt werden konnte. Nach Abtransport mit dem Rettungshubschrauber ins Schwabinger Krankenhaus konnten wir dann kurze Zeit später erfahren, daß es dem Mädchen wieder gut geht.

1995

war für die Wasserwacht ein relativ ruhiges Jahr. Schuld daran war das schlechte Wetter, das uns den ganzen Sommer lang begleitete. In der Vorstandschaft ergaben sich durch den Rücktritt von Michael Gneißl geringfügige Veränderungen:
Stephan Zimmermann wurde neuer Technischer Leiter und Markus Brunhirl sein Stellvertreter. Erstmals führten wir im Rahmen unseres jährlichen Saisoneröffnungsfestes ein internes Tischtennisturnier durch, den sogenannten „Odlgruamcup“.

Ein Lichtblick des Sommers war die Feier anläßlich „50-Jahre Bezirk Oberbayern“ mit Festzug durch Altötting, bei dem eine Abordnung der Ortsgruppe teilnahm. An einem der wenigen Wachtage des verregneten Sommers wurde es im August dann doch noch dramatisch, als ein Nichtschwimmer von einem Wasserwachtler aus dem tiefen Wasser gezogen werden konnte.

1996

Das Jahr 1996 begann voller Tatendrang mit Eisstockturnier, dem alljährlichen HLW-Kurs und er Abnahme der Rettungsschwimmabzeichen.

Der Sommer fiel jedoch leider, wie im vorherigen Jahr, dem sehr schlechten Wetter zum Opfer. Es wurden im Verhältnis die wenigsten Wachstunden geleistet.

Im September wurden dann in Zusammenarbeit mit den anderen Ortsgruppen des Landkreises in Erding ein 4-tägiges Nachbarschaftsfest ausgerichtet. Unser jährlicher Wasserwachtsausflug anfang Oktober ging in den Bayerischen Wald mit Abstecher nach Prag mit Kind und Kegel und bildete einen gelungenen Abschluß der recht ruhigen Saison.

1997

Im Februar 1997 fanden Neuwahlen der Vorstandschaft statt. Josef Brummer und Thomas Gneißl stellten sich aus beruflichen Gründen nicht mehr zur Verfügung. Neu hinzu gekommen sind Carmen Siegl und Michael Lohmaier. Im März wurde dann mit dem Hüttenanbau begonnen, nachdem die Hütte in den letzten Jahren aus allen Nähtengeplatzt ist. Alle Arbeiten, wie Eingabeplan zeichnen, Betonierarbeiten, Holzarbeiten, Teppichverlegen etc., wurden von der Wasserwacht selbst erledigt um die Kosten so gering wie möglich zu halten. Dank der hervorragenden Mitarbeit aller Mitglieder wurde in 800 Arbeitsstunden der Anbau fertiggestellt. Im Mai wurde eine neue Jugendgruppe gegründet. Die Resonanz war größer als wir jemals erwartet hätten.

Es meldeten sich 50 Kinder, sodaß wir gleich einen „Aufnahmestop“ verhängen mußten, weil gar nicht so viele Betreuer seitens der Wasserwacht zur Verfügung standen.

Markus Brunhirl und Carmen Siegl absolvierten daraufhin einen mehrwöchigen Gruppenleiterkurs. Die Jugendgruppe trifft sich seitdem jeden Montag und ist bei allen sehr beliebt. Nach der Durchführung unseres jährlichen Sommerfestes fand einige Wochen darauf ein Jugendzeltlager am Baggerweiher statt, das allen Teilnehmern und Betreuern sehr viel Spaß gemacht hat. Im September wurde am Nordufer des Baggerweihers durch Mitglieder der Wasserwacht eine an die Wasseroberfläche getriebene Wasserleiche entdeckt. Wie sich herausstellte, mußte der Tote wohl schon einige Monate im Wasser gelegen haben.

Zusätzlich zur jährlichen HLW-Ausbildung wurde im November für die Wasserwacht ein umfangreicher Sanitäts-Kurs in Erding durchgeführt, um den Ausbildungsstand weiter zu verbessern. Dank des neu renovierten Hallenbades in Erding, konnten wir im Dezember nach einer mehrjährigen Pause endlich wieder zwei Schwimmkurse für insgesamt 20 Kindergartenkinder aus Wörth und Hörlkofen durchführen.

Das Jahr 1997 war wohl eines der aktivsten Jahre seit Bestehen der Wasserwacht Wörth. Insgesamt 2747 geleistete Wachstunden sind hierfür ein weiterer Beleg.

1998

Das Frühjahr 1998 begann im Januar mit einem weiteren Schwimmkurs für zehn Kinder aus den ortsansässigen Kindergärten.

Aufgrund des milden Winters, war es erst am 07.02.98 möglich, unser Traditions-Eisstockturnier abzuhalten. Bereits in den Wintermonaten begannen die Vorbereitungen für die Erstellung dieser Chronik. Beim alljährlichen Arbeitseinsatz im Mai wurden dann hauptsächlich der brüchige und morsche Steg erneuert, ein Fußweg zur Hütte gepflastert und eine Küchenzeile in die Wachhütte eingebaut.

Auf 30 Jahre Wasserwacht Wörth kann die Vorstandschaft heute mit 109 Aktiven (davon 50 Jungmitglieder) und 33 passiven Mitgliedern stolz zurückblicken. Von den Aktiven besitzen zwei den den Lehrschein für Rettungsschwimmen, ein weiterer den Lehrschein für Schwimmen und zwei sind als Sanitäter ausgebildet. Die Vorstandschaft unter der Leitung von Hermann Gneißl blickt mit Stolz auf diese Bilanz zurück und sieht mit viel Optimismus der Zukunft entgegen. Besonders die anhaltende Begeisterung unserer Jungmitglieder an den Aufgaben eines Wasserwachtlers und das Interesse vieler Kinder und Jugendlicher, die unbedingt bei der Wasserwacht aufgenommen werden wollen ist uns eine besondere Freude.

Es zeigt uns, daß die Nachwuchsarbeit richtig gemacht wird und es in einer Zeit, in der viele Vereine über Nachwuchsprobleme und fehlender Bereitschaft, unentgeltlich, ehrenamtliche Tätigkeiten zu übernehmen klagen, dies bei der Wasserwacht nicht der Fall ist.